Die Hamburger Erklärung erklärt

31. Juli 2009

In einer lesenswerten Zusammenfassung wird der Frontverlauf zwischen Verlagen, Bloggern, Journalisten und dem Internet erklärt. So heißt es z.B. zur Hamburger Erklärung

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Zoodirektor. 50 Prozent Ihrer Besucher kämen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Busunternehmer, Bahn und Taxifahrer bezahlen zwar keinen Cent für die Fütterung der Tiere, verdienen aber sehr ordentlich an den Zoobesuchern. Da ist es doch nur allzu verständlich, dass Sie als Zoodirektor Geld von den Transportunternehmern fordern.

«Aber das ist doch Unsinn», sagen Sie, «der Zoodirektor profitiert doch schon von den Verkehrsbetrieben, denn sonst kämen nur Fußgänger.» Aber bedenken Sie doch bitte: Sie sind der Zoodirektor! «Ach so. Ja, dann sollen die bezahlen!»

Sehen Sie. So einfach ist das. Und schon haben Sie die Hamburger Erklärung verstanden.

(gefunden bei Udo Vetter im Lawblog)


Anonymisierungsdienste bleiben nutzbar

30. Juli 2009

Das LG Bamberg hat entschieden, dass ein Anonymisierungsdienst im Internet keine Daten im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung an die Ermittlungsbehörden herauszugeben erheben muss. Und weiter

Auch die Tatsache, dass sich der unbekannte Täter eines Anonymisierungsdienstes bediente, spricht ohne weitere Anhaltspunkte nicht für ein gewerbsmäßiges bzw. bandenmäßiges Handeln.

Ich versteh das mal so, wer anonymisiert ist noch nicht automatisch ein Verbrecher. Das dürfte für manchen Politiker eine echte Neuigkeit sein.


Die Presse

30. Juli 2009

Wenn sich das nächste Mal ein Medienvertreter hinstellt und über das Urheberrecht im Internet jammert und das Google die anspruchsvollen Inhalte nutzt, um Geld zu verdienen, dann sei daran erinnert, dass sich auch die Qualitätsmedien kostenlos im Netz bedienen. So hat Spiegel TV einen Videoclip aus einem Blog ohne Rücksprache mit dem Ersteller ausgestrahlt. Nun fordert dieser, mit Unterstützung von Udo Vetter, Geld für sein Video. (gefunden via Netzpolitik.org)


Donald Duck als Raubkopierer

29. Juli 2009

In der aktuellen schwedischen Mickey Mouse gibt es eine zweiseitige Geschichte in der Donald Musik aus dem Internet downloaded und sein Onkel Dagobert, der Besitzer der Plattenfirma, ihn dafür auf Knien um Verzeihung bitten lässt. So kann man in der TAZ nachlesen. In Schweden hat auch bereits jemand Anzeige wegen versteckter Werbung gestellt.

Ich muss allerdings zugeben, der Vergleich der Musikindustrie mit dem geldgierigen Dagobert Duck hat etwas für sich.


Andere Meinungen

28. Juli 2009

Man soll ja auch andere Meinungen hörern, also hören wir.

Da schreckt man auch nicht davor zurück Jugendschutzaktivisten als Handlanger eines Orwellschen Staates zu beleidigen. Und überhaupt gilt der Generalverdacht gegen den Staat, der nur darauf wartet eine Infrastruktur aufzubauen, um seine Bürger auszuhorchen. Man könnte meinen die Piraten wären gerade Nordkorea entflohen und sähen das gleiche jetzt hier auf sie zukommen.

Wie Paranoid muss man sein, um all das zu glauben? Ich weiss es nicht. Es fällt der Generalverdacht auf. Das Vertrauen in eine Demokratie und seiner Justiz das fehlt. Das fehlen jeden Glaubens, dass man nicht unschuldig verurteilt wird, wenn man “zufällig” auf eine Netzsperre trifft. Die schiere Unkenntnis der Rechtswege. Als würden jeden Tag Unmengen von unschuldigen Bürgern verurteilt als Fehlleistung eines bösartigen oder unfähigen Systems. Was ist denn da schief gegangen in unserer Demokratie, dass sie solche Menschen hervorbringt, die sich nicht anders zu helfen wissen, als eine Partei zu gründen, im Glauben, dass sie motiviert durch ihre Hobbies die Demokratie in diesem Staat retten ?

Also über die Verfolgung Unschuldiger im Rechtssystem kann die Autorin ja mal mit Anne Roth bzw. Andrej Holm diskutieren. Nur so eine Idee.


Auch die Grünen

27. Juli 2009

Auch unter den Grünen gibt es als Politiker, die Internetzensur ok finden. Und wie immer, wenn ein Politiker sich zum Thema äußert, glänzt er mit Unkenntnis. Ich möchte mich hier nicht mit seinen Äußerungen beschäftigen, dass machen Andere, sondern mit einem interessanten Detail über Matthias Güldner.

Wenn man auf der Seite der Bremischen Grünen nach sieht, kann man erfahren, dass Hr. Güldner als Consultant für „Save the Children“ tätig war. Und wem der Name bekannt vorkommt, der hat Recht. Irgendwie sind es doch immer die selben Verdächtigen. Gefunden hab ich dies nette Detail hier.

Ach ja, die ersten Grünen treten aus, weil sie einmal zu oft als Kinderpornographie-Befürworter diffamiert worden sind. Und die Grünen distanzieren sich von Hr. Güldner.

Der Beitrag von Matthias Güldner vom 27. Juli 2009 in der WELT widerspricht deshalb nicht nur unserer grünen Programmlage, sondern schlägt gegenüber denjenigen, die sich für ein freies Internet engagieren, einen aus unserer Sicht nicht akzeptablen Ton an.

Das Internet war nie und darf auch nie ein rechtsfreier Raum sein. Es geht aber nicht um ein rechtsfreies Internet, sondern um ein freies Internet, ohne Filter und permanente staatliche Überwachung, selbstverständlich im rechtsstaatlichen Rahmen und mit rechtsstaatlicher Verfolgung von Straftaten.

Immer hin. Schnelle Schadensbegrenzung.


Rammstein und das Internet

26. Juli 2009

Die Gruppe Rammstein hat ein ungeheures Problem mit ihren Fans im Internet. Nachdem der neue Song der Gruppe bei Youtube zu sehen war und Fans in verschiedenen Foren den Link posteten und über den Text diskutierten begann das Management der Band mit einer massiven Abmahnschlacht.

Es wurden nicht nur große Fansites abgemahnt, in deren Foren die Links zu finden waren, auch eine Zeitung, die über den Fall berichtet hat und ebenfalls aus dem Songtext zitiert hat, wurde abgemahnt. Zuletzt wurde auch noch die Webseite laut.de abgemahnt. Diese hatte allerdings nach eigenen Angaben weder aus dem Text zitiert noch entsprechende Links gesetzt. Man hatte nur über den Vorfall berichtet. Nach Angaben von laut.de wurde die Abmahnung damit begründet, dass die Schilderungen „unwahr“ seien.

Was versprechen sich die Verantwortlichen von einer solchen Aktion? In der Regeln werden doch die Betreiber und Nutzer eines Fanforums die wichtigsten und treusten Kunden sein. Glaubt man im Rammstein-Management wirklich, dass die Abgemahnten nun von Zuneigung getrieben vor einem Musikgeschäft kampieren werden, um die neue Scheibe am Veröffentlichungstag zu kaufen? Man muss sich die Situation der Fans nur mal ansehen. Sie schreiben Fantexte und bekommen Anwaltspost. Wenn zumindest einer der Musiker die Abmahnung unterschrieben hätte, dann wäre immerhin noch ein Autogramm dabei raus gekommen. Aber ok, jeder ruiniert sich selbst so gut er kann. (gefunden via Ballmann)