Weihnachten bei den Verlagen

Daher veröffentlicht der BDZV seinen Wunschzettel. OK, eigentlich sind es keine Wünsche sondern Forderungen. Aber mal ehrlich, die Wunschzettel kleiner Kinder klingen oft auch mehr nach Forderungen. Wünsche werden nur aus taktischen Gründen formuliert.

Nur, was wünscht man sich denn? Hilfe vom Staat. Das ist gerade modern. Vielleicht werden ja demnächst Bad Verlage gegründet, um die Giftpapiere, in Form von Presseerzeugnissen, unter fremdem Namen zu verkaufen. Und bezahlen soll es wieder der Steuerzahler. Natürlich nicht direkt, denn

Wolff machte deutlich, dass der BDZV direkte Staatshilfen ablehne.

Glück gehabt. Aber dennoch sind die Verlage in einer schwierigen Position.

Aufgrund der Situation im Arbeitsmarkt seien die Stellenanzeigen stark rückläufig (-41,1 Prozent), so Wolff. Rückgänge gab es auch im Bereich Immobilien (-18,2), Autorubriken (-17,6) und Markenartikel (-23,1).

Könnte neben dem fehlenden Geld der Kunden auch am Angebot der Online-Portale liegen. Hübsche Bilder von der neuen Wohnung sind nun mal interessanter als „2 ZKB, EBK, Balkon, Keller, 1. OG, ca. 45 m², ab 1. 8. zu vermieten“. Und das es keine Anzeigen für Gebrauchtwagen gibt, woran könnte das wohl liegen. Hint.

OK, weiter im Text. Für uns interessant:

Vom Gesetzgeber verlangt der BDZV ferner Unterstützung bei der Korrek­tur von Fehlentwicklungen im Internet.

Jetzt gehts los.

„Wir können nicht länger hinnehmen, dass unsere teuer produzierten Qualitätsinhalte von Dritten be­denkenlos kommerziell genutzt werden, ohne dass dafür auch nur ein Cent an die Verlage gezahlt wird“, so BDZV-Hauptgeschäftsführer Wolff. Nur mit einem umfassenden Leistungsschutzrecht könne dem „Con­tent-Klau“ Einhalt geboten werden.

Als nächstes Fordern die Straßenmusikanten eine Zwangsabgabe für jeden Besucher einer Fußgängerzone. Schließlich hören viele Passanten zu, ohne einen Cent zu bezahlen. Merksatz: Wer etwas öffentlich und kostenlos anbietet, muss damit rechnen, dass es von der Öffentlichkeit auch kostenlos genutzt wird.

Im nächsten Schritt gehe es dann darum, Bezahlmodelle für Internetinhalte zu entwickeln. Die Onlinewerbung allein werde nicht ausreichen, publizistische Qualität im Internet zu finanzie­ren.

Es ist ja auch gemein, das die Bezahlmodelle der Verlage nicht funktionieren, weil kaum jemand für den Schrott den Qualitätsjournalismus online Geld ausgeben will. Da haben die Verlage natürlich keine andere Wahl, als die Texte kostenlos auf die Webseiten zu stellen. Es konnte doch niemand ahnen, dass es tatsächlich Leser gibt, die das ganze dann auch nutzen. Und diese komischen „Links“, die im Internet genutzt werden, damit man von einer Seite zur nächsten kommt, dass muss doch wirklich nicht sein. Dann wäre auch Google nicht mehr notwendig und alles wäre schön.

Deshalb müssten Wege gefunden werden, die von der Gratiskultur wegführten.

Hmm, einfach die Texte nicht mehr kostenlos auf die Seite stellen? Quatsch, blöde Idee.

„Es geht um den Erhalt der Qualitätspresse in einer digitali­sierten Welt“, erklärte Wolff.

Bei den Begriffen „Erhalt“, „Qualitätspresse“ und „digitalisierte Welt“ in einem Satz stürzt mein Browser ganz von alleine ab. Google findet für die drei Begriffe nur einen einzigen Treffer. So verbreitet scheint Qualitätspresse im Netz nicht zu sein. Wenn jemand sie mal findet, bitte melden. Gibt einen Platz auf der Roten Liste. (via Internet-Law)

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