Buchtipp: Tod aus dem All – Wie die Welt einmal untergeht

Der Astronom Phil Plait stellt in seinem Buch „Tod aus dem All – Wie die Welt einmal untergeht“ die verschiedenen Gefahren vor, die das Leben auf der Erde und sogar die Existenz der Erde bedrohen.
Aus dem Klappentext

Unser Planet wird untergehen – ganz sicher. Nur wie und wann ist noch offen.

Was auf den ersten Blick wie ein Panik-Macher-Buch wirkt entpuppt sich beim Lesen als Einführung in die Astronomie. Der Autor beschreibt nicht nur die Bedrohungen sondern liefert auch fundierte Hintergrundinformationen.

Die Erde im Fadenkreuz – Asteroiden- und Kometeneinschläge
Nach einer Einführung in die Begriff Meteor, Meteoroid und Meteorit wird die Auswirkung eines Einschlags unterschiedlich großer Objekte erläutert. Welche Kräfte werden frei und welche Folgen hat das für die Erde.
So beschreibt er z.B. den 10-km-Durchmesser-Asteroiden, der vor 65 Millionen Jahren die Erde, und die Dinosaurier, traf.

Der Asteroid hatte für diesen Zweck adäquate Größe. Man erschreckt bei dem Gedanken an die Ausmaße der Verwüstung, die dieser Felsbrocken verursacht haben musste, der größer als der Mount Everest war und durch die Atmosphäre donnerte, bis er mit einer Geschwindigkeit von zwanzig Kilometern pro Sekunde auf der Erde einschlug. Sie müssen sich vorstellen, dass die der Erde abgewandte Seite des Asteroiden selbst im Moment des Aufschlags noch immer über die Erdatmosphäre hinaus ins All ragte.
Es ist schwierig, exakt zu bestimmen, welche Energiemasse bei dem Einschlag freigesetzt wurden, aber es müssen wohl mehrere hundert Millionen Megatonnen gewesen sein.

Auch geht Phil Plait der Frage nach, was wir gegen einen Einschlag tun können.

Sonnenbrand – Heiße Eruptionen
Sonnenflecken, Sonneneruptionen, Magnetische Stürme und Koronale Masseauswürfe, die Sonne hält auch im Normalbetrieb einige Überraschungen bereit. Um zu verstehen wie es zu diesen Ereignissen kommt, erhält der Leser eine Einführung in den Aufbau und die Funktionsweise der Sonne.

Der galaktische Zorn – Supernovae
Jeder kennt Supernovae aus dem Kino, aber wie kommt es eigentlich dazu? Der Autor gibt einen Einblick in das Leben eines Sterns und seinen Tod. Man folgt dem Stern von der Wasserstoff-Fusion bis zu seinem Kern, der sich mit Eisen anreichert.

Aber Eisen lässt sich nicht fusionieren, und die entartete Materie reicht als Gegengewicht nicht mehr aus. Der Stern kann seiner eigenen titanischen Schwerkraft nicht mehr standhalten, das Sicherheitssystem versagt. Mit katastrophalen Folgen. Der Kern kollabiert … und zwar richtig. Wenn der Kern eines massereichen Sterns kollabiert, dann kollabiert er. Und die Hölle bricht los.

Und diese Hölle bekommt der Leser auf den nächsten Seiten detailliert vorgeführt. Ebenso wird aber geprüft, welche Bedrohung für die Erde eine Supernova darstellt. Kann es sein, das die Erde vernichtet wird? Unwahrscheinlich, sagt Phil Plait. Und er erklärt warum.

Kosmische Schneidbrenner – Gammastrahlen
Wie kam es zur Entdeckung der Gammastrahler im Weltraum und was ist ein Gamma Ray Burst? Hier begegnet man zum ersten Mal einem Schwarzen Loch und beobachtet es, wie es Materie verschlingt. Die Entstehung der Jets wird erklärt und man erfährt, was eine Hypernova ist.

Der Fall ins Bodenlose – Schwarze Löcher
Die beliebten Schwarzen Löcher begegnen einem ständig. Und oft hat man den Eindruck, das die Panikmacher kaum wissen, was ein Schwarzes Loch wirklich ist. Der Autor erklärt daher Prinzipien wie Gravitation und Fluchtgeschwindigkeit und wieso man aus einem SL nicht mehr raus kommt. Auch lernt der Leser, dass ein SL nicht beliebig Masse anzieht, sondern immer noch an die Gesetze der Gravitation gebunden ist. Würde sich die Sonne in ein SL verwandeln, würde die Erde nicht „reingezogen“. Die Anziehungskraft bleibt gleich. Es würde nur dunkel. Daher werden auch die Schwarzen Mini-Löcher vorgestellt und man erfährt, was solche kleinen Löcher der Erde antun können und was nicht.
Dann kommt die Hawking-Strahlung und damit das Ende eines schwarzen Lochs.

Alien Attack! – Angriff der Außerirdischen!
Gibt es ausserirdisches Leben? Möglich. Der Leser lernt, wie sich Planeten bilden und warum Mars und Venus momentan keine angenehmen Wohngegenden sind. Dann wendet sich Plait der Gefahr einer Invasion zu und beginnt mit der Möglichkeit von Viren, die mit einem Meteoriten auf die Erde gelangen. Dann folgen die Bakterien. Und zuletzt natürlich die Frage nach intelligenten Leben und ob es uns mal besuchen kommt. Die Drake-Gleichung und ihre Probleme werden vorgestellt.

Der Tod der Sonne – Untergang mit Garantie
Die vorangegangenen Kapitel bieten mögliche Bedrohungen an, aber der Tod der Sonne ist sicher. Wir folgen daher der Sonne auf ihrem Weg in die Zukunft und sehen ihr zu, wie sie zu einem Roten Riesen und dann einem Weißen Zwerg wird. Und die ganze Zeit stellen wir uns die Frage, was die Menschheit tun kann, wenn es in einigen Milliarden Jahren soweit ist.

Können Planeten eine derart verheerende Serie von Ereignissen überleben? Die Antwort ist tatsächlich „ja“. Allerdings kommt es darauf an, was man unter „überleben“ versteht.

Na also, kein Grund zur Panik.

Helle Lichter – Der Untergang der Galaxis
Ok, vielleicht haben wir doch einen Grund zur Panik, denn auch unsere Galaxis wird einmal sterben. Doch bevor der Autor uns den Tod der Milchstraße zeigt, erklärt er zuerst, was Galaxien sind, wie sie aufgebaut sind und wer sich alles in unserer Nachbarschaft tummelt. Dann zeigt er uns die dunklen Gaswolken, die mögliche Gefahr, wenn die Sonne auf ihrer Reise um das Zentrum der Milchstraße die galaktische Ebene verlässt und kommt dann zum „Monster im Zentrum“. Dem super-schweren Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße. Sagittarius A*. Mit beeindruckenden 4 Millionen Sonnenmassen.

Das Ende von allem – Der Untergang des Kosmos
In diesem Kapitel geht es weit, Weit, WEIT in die Zukunft. Was wird in 10^10, 10^20, 10^200 Jahren sein? Der Autor beginnt beim Urknall und erklärt zuerst, wie das Universum vor gerade mal 13,7 Milliarden Jahren entstanden ist. Dann folgen die fünf Zeitalter von Adam und Laughlin. Das Zeitalter der Urmaterie war der Anfang. Wir leben momentan im Zeitalter der Sterne, dann folgt in 10^15-10^40 Jahren das Zeitalter des Verfalls, wenn die Sterne nacheinander verlöschen und irgendwann sogar die Protonen, mit einer Halbwertzeit von 10^33-10^45 Jahren, zerfallen. Danach kommt das Zeitalter der Schwarzen Löcher und wenn auch das letzte SL durch die Hawking-Strahlung vernichtet worden ist, bleibt in 10^93 Jahren das Zeitalter der Dunkelheit.

Vor uns liegt die Endlosigkeit der Zeit. An dieser Stelle versagt unsere Mathematik. Das Universum ist ein derart dünner Nebel, dass unzählige Jahre vergehen können, bis sich zwei Teilchen einander annähern. Und was passiert überhaupt, wenn dieser Fall eintritt? Sind beide Teilchen Elektronen, stoßen sie sich gegenseitig ab und verschwinden in unterschiedliche Richtungen. Handelt es sich um ein Elektron und ein Positron, ziehen sich beide Teilchen an, kollidieren und – puff! – erzeugen ein paar Gammastrahlen, die davon jagen.
Aber wohin?
Von dem Universum, wie wir es heute kennen, wird es keine Spur mehr geben. Keine Sterne, keine Planeten, keine Menschen. Nicht einmal Materie. Alles zerfallen, erodiert zu einer ätherischen dünnen Suspension.
10^100 Jahre, 10^1000 Jahre oder 10^10000000 Jahre. Es macht keinen Unterschied. Es passiert nichts, und es wird auch nie etwas passieren. Das Universum ist dunkel, Stille herrscht. Und so wird es für immer bleiben.

Für immer? Phil Plait stellt noch einige Theorien vor, wie es zu einem Neustart kommen kann. Das Universum kann also überleben, nur für die Menschheit zieht es schlecht aus.

Meine Meinung
Phil Plait versteht es eine verständliche Einführung in die vielen Themen des Buches zu geben. Obwohl man eine Überblick über verschiedene Themen erhält hat man nie den Eindruck ein Fachbuch zu lesen, sondern wird immer gut unterhalten. Das Buch hat einen lockeren Erzählstiel und die anschaulichen Beschreibungen helfen den Erklärungen zu folgen. Nicht zuletzt sind es diese anschaulichen Beschreibungen, die immer wieder faszinieren. Wer wäre nicht beeindruckt, wenn er einer Supernova beim Explodieren zu schauen kann oder ganz nah an einem Schwarzen Loch sitzt, während dieses einen Stern verschlingt.

Auch merkt man Phil Plait seine Begeisterung für die Astronomie bei jedem Satz an. Diese Faszination springt auf den Leser über und zeigt zugleich, das Wissenschaft nicht trocken und Wissenschaftler nicht langweilige sein müssen. Schon für diesen Einblick in die Begeisterungsfähigkeit eines Forschers ist dieses Buch zu empfehlen. Ich bin sicher, das Universum ist spannender als die meisten Leser je vermutet haben.

Eine Antwort zu Buchtipp: Tod aus dem All – Wie die Welt einmal untergeht

  1. Antje Brodmeier sagt:

    Kurz,übersichtlich, gut.

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